Samstag, 11. Februar 2012

Minimaltemperaturen in Hamburg 1935 - 2010

Nach den sehr kalten Nächten in dieser Woche (-19°C gemessen im Hintergarten in 2m Höhe) habe ich gestern einmal recherchiert wie häufig so tiefe Temperaturen bislang in Hamburg aufgetreten sind. Im Netz habe ich eine Grafik vom Integrated Climate Data Center gefunden, bei der die Minimumtemperaturen vom Flughafen HH Fühslbüttel zugrundegelegt wurden. Die Grafik wurde von mir mit MS Paint leicht verändert bzw.ergänzt. Quelle: http://icdc.zmaw.de/ci_hamburg_fuhlsbuttel.html#c2566

Minimumwert der täglichen Minimumtemperatur von 1935-2010 für HH-Fühlsbüttel



In die Grafik wurde eine rote Linie eingezeichnet, sie stellt einer Temperaturgrenze von -14°C dar. Ich gehe davon aus, dass beim Unterschreiten der -14°C in Fuhlsbüttel, hier bei uns im Nordosten Hamburgs erste Schäden an Pflanzenteilen auftreten (u.a. an Bambusblättern). Die Minimaltemperatur bei mir im Garten liegt gegenüber Fühlsbüttel leider meistens noch ein Grad niedriger. Zusätzlich wurden einige markante peaks von mir noch mit Jahreszahlen und den Temperaturminimas beschriftet.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass diese Minimaltemperatur in den letzten 75 Jahren erschreckend oft erreicht wurde (den Horrorwert von 1940 ignoriere ich besser mal). Selbst wenn man die erste Hälfte der Grafik mit den "Eiszeitwintern" in den 50/60iger-Jahren ausblendet, bleibt das Bild noch ernüchternd. Seit dem "Schneechaoswinter" von 78/79 wurde die Temperaturgrenze von -14°C  in den letzten 33 Jahren insgesamt 12x unterboten (einschl. dieses Winters). Das Temperaturminimum dieses Winters von -18°C, bei dem größere Schäden zu erwarten sind, wurde allerdings nur relativ selten erreicht. Es ist aber auch schön zu sehen, dass die extremsten peaks der letzten 75 Jahre eine ansteigende Tendenz aufweisen (-29° C/ -22°C/ -20,5°C /-19,5°C/-18°C....-- > Klimaerwärmung?).

Eine Anmerkung: Die Grafik erfasst das Temperaturminimum eines ganzen Jahrs, aber nicht die niedrigste Temperatur des einzelnen Winters. Es kann also sein, dass innerhalb eines Jahres zweimal sehr niedrige Temperaturen erreicht werden und davon nur einmal die Minimaltemperatur angezeigt wird (so geschehen im Jahr 2010 mit Temperaturen von -16°C im Januar und -14°C im Dezember).

Noch eine Ergänzung: Hamburg hat im Schnitt 19,5 Eistage (Maximaltemperatur < 0°C) und 78 Frosttage (Minimaltemperatur < 0°C).

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Minimalwert im Winter 2012/13 im Garten gemessen: -13,5°C im März
Insgesamt war es ein langer Winter, der schon Anfang Dez. mit zweistelligen Minusgraden begann. Im März kam der Winter mit starken Schneefällen und einer dreiwöchigen Frostperiode noch einmal zurück. Die absoluten Minima waren aber unproblematisch, insgesamt gab es sieben Nächte mit Temp. kleiner -10° C.

Minimalwert im Winter 2013/14: -12,7° C Ende Januar
Der Winter fand in diesem Jahr nur an einem einzigen Wochenende Ende Januar statt. Ein lausig kaltes Wochenende mit Höchsttemperaturen um -10° C und ein andauerndem Ostwind um die 6 Bft. Die gefühlte Temperatur wurde mit - 17° C angegeben. Ansonsten ein sehr milder Winter.

Minimalwert im Winter 2014/15: -8,5° C Ende Dezember
Der wärmste Winter seit einigen Jahren. Ein einziges Wochenende mit etwas Schnee, das war es. Ansonsten gab es über Weihnachten zwei Wochen Sturm und Dauerregen mit einem Rekordhochwasser an der Alster.

Minimalwert im Winter 2015/16: -8° C Anfang Januar
Und noch ein warmer Winter: Zwei kurze Kälteperioden, die jeweils eine Woche lang anhielten, mit Minustemperaturen um die -8°C.

Minimalwert im Winter 2016/17: -10° C Anfang Januar
Anfang November sah es nach einem kalten Winter aus, das hat sich aber nicht bestätigt. Es gab viele frostige Nächte, aber insgesamt unproblematisch von der Minimaltemperatur.

Minimalwert im Winter 2017/18: -12,5° C Anfang März
Dezember und Januar waren deutlich zu warm, Februar und März aber deutlich zu kalt. Die Minimal-Temperaturen lagen im März nachts 5 Tage lang zwischen -10°C und - 12,5°C, tagsüber zwischen -2°C und -7°C bei vollem Sonnenschein und einem andauernden Ostwind.

Kommentare:

  1. Schon heftig die diesjährige Kälte - ich hätte allerdings gedacht daß der maritime Klimaeinfluss in Hamburg grösser wäre und solche Tiefstwerte nicht zuliesse... wieder etwas dazugelernt, merci.

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  2. Hall Johannes,
    die Daten haben mich auch überrascht. Vor meiner Zeit als "Exotengärtner" habe ich das auch gar nicht so wahrgenommen. Da habe ich in den kalten Nächten fest geschlafen, anstatt mit Decken und Ikea-Taschen um Mitternacht noch irgendwelche Pflanzen abzudecken...

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  3. Hehe, willkommen im Club ;) Ich habe meine Trachys im Garten das erste mal teilweise beheizt (selbstregulierendes 20 W Heizkabel) und siehe da, als ich neulich nach den vier kalten Nächten mit -18 °C und darunter den Winterschutz aus Vlies, Luftpolsterfolie und Kunstoffabeckung abnahm, lächelten mich sattgrüne Blätter an. Bei den anderen ausgepflanzten kleineren Exemplaren ohne Heizung dürfte die Kälte aber vermutlich leider schwerere Schäden angerichtet haben :/ Mit den aufkommendem Tauwetter der nächsten Tage werde ich sie dann mal begutachten.

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