Donnerstag, 29. November 2012

Ackermann-Hybriden / Camellia sasanqua

W.L. Ackermann gelangen in den USA Ende des letzten Jahrhunderts einige sehr erfolgreiche Kreuzungen, u.a. aus den Arten Camellia oleifera und Camellia sasanqua. Diese Kreuzungen wurden als "Ackermann-Hybriben" oder "Ice Angels" bekannt. Den Pflanzen wird eine außergewöhnlich hohe Frosttoleranz nachgesagt, sie sollen im Nordosten der USA an geeigneten Standorten Temperaturen zwischen -20°C und -27°C überstanden haben. Zu diesen Ackermann-Hybriden gehören z.B. die herbstblühenden Kamelien Winter´s Star, Ashton´s Pride, Snow Flurry und Winter´s Dream. 
Leider sind die Ice Angels in Deutschland nur wenig bekannt, man findet im Netz kaum Informationen oder Fotos von ausgepflanzten Exemplaren. Für mich wird es in Zukunft besonders spannend sein, für diese Pflanzen einen geiegneten Standort zu finden, um diese fast unglaublichen Angaben zur Frosttoleranz zu überprüfen. 

Topfpflanze Camellia x Àshton´s Pride` in Blüte.
Blütenentwicklung bei einer Camellia sasanqua `Hiryu` in slow motion: Zwischen dem linken und dem rechten Bild liegen 5 Tage bei Temperaturen um die 5/6 ° C, die erste Blüte öffnete sich bereits Anfang November. Diese Pflanze ist keine Ackermann-Hybride, es ist eine Sasanqua, die zu der Subspecies vernalis gehört. Ihr wird eine sehr gute Winterhärte nachgesagt. Die weitere Entwicklung von Hiryu ist hier zu sehen Hiryu.
Links: Hiryu an der westlichen Hauswand, rechts: Winter´s Star an der Südseite, Zuwachs eines einzelnen Triebes dieses Jahr 75 cm!
Erste Blüte von Camellia x `Winter´s Star` am 14.11., rechts: noch einmal die Blüte von Camellia x `Snow Flurry`,
erste Blüte der Topfpflanze Ende Oktober
Blätter von Camellia x Winter´s Joy und Camellia x Winter´s Star nach -5° C, die bronzefarbenen Blätter im
rechten Bild sind der noch nicht ganz ausgereifte zweite Austrieb
Die Pflanzen von Winter´s Star und Winter´s Joy im  Bambus-Kamelien-Beet haben übrigens so gut wie keine Blütenknospen angesetzt bzw. sind die Knospen immer noch sehr klein und in der Entwicklung weit zurück. Wahrscheinlich bekommen sie an dem Standort zu wenig Sonne.

Links: Blüte von Hiryu kurz vor dem Frost. rechts: Camellia x Winter´s Dream , Mitte November
Erste Kamelienblüte im Herbst 2013: Camellia x Ashton´s Pride, 24.10.2013


Eine etwas untypische Blüte der inzwischen ausgepflanzten Snow Flurry, 14.11.2013

Neuaustrieb bei Camellia x `Winter´s Snowman`, Ende Mai 2014

Die ersten Blüten erscheinen dieses Jahr sehr früh, 26.09.14. Links eine unbekannte Sansanqua, rechts die inzwischen wieder getopfte Snow Flurry. Für Snow Flurry suche ich immer noch einen geeigneten (sonnigen) Standort im Garten. Sie ist bislang die am zuverlässigsten blühende Ackermann-Hybride.

Erste Blüten bei den ausgepflanzten Kamelien am 09.10.: Ashton´s Pride und Hiryu.

Winter´s Star ist dieses Jahr bereits Mitte Oktober in Blüte. Letztes Jahr blühte sie erst am Neujahrstag, 19.10.14.

Heute habe ich eine sehr schöne herbstblühende Kamelie im Botanischen Garten Hamburg entdeckt. Sie steht im oberen Teil des Japan-Gartens. Als Bezeichnung trug sie leider nur Camellia sasanqua, 12.11.2014.


Geöffnete Blüten von Hiryu nachdem sie 5 Tage Dauerfrost mit Temperaturen bis -4°C 
ausgesetzt waren, 05.12.14, +2° C.

Erste Kamelienblüte am 24.10.2015 von Snow Flurry.

Winter´s Star am 10.11.2015, schön im Bild zu sehen sind die Pollensäcke, die gerade aufreißen. 
Kleine Pflanze von Shishigashira im Gewächshaus, zum ersten Mal in Blüte am 29.11.2015.

Donnerstag, 8. November 2012

Winterschutz bei Kamelien

Bei den immergrünen Kamelien ist der richtige Standort wahrscheinlich schon der beste Winterschutz. Keine Sonne im Winter und geschützt stehend vor kalten, trockenen Ostwinden sind die beiden wichtigsten Maßnahmen. Die meisten Kamelien scheinen im Winter eher zu Vertrocknen als das sie Erfrieren. So ist für die relativ flach wurzelnde Pflanze in den ersten beiden Wintern für einen ausreichenden Wurzelschutz zu sorgen, damit die Wasserversorgung auch bei gefrorenem Boden erfolgen kann. Dazu schütte ich um die Kamelien herum ca.20 cm hoch gehäckseltes Ahornlaub auf, gesichert durch einen Kaninchendraht. Oben auf das Laub verteile ich abgeschnittene Farnwedel, damit die Amseln es beim Zerwühlen nicht ganz so einfach haben. Sollte im Winter Schnee fallen, werde ich den Kamelienbereich zusätzlich noch etwas aufschütten. 
Ein ganz anderes Problem stellt natürlich die Frosthärte der Blütenknospen dar. Hier scheint es doch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Arten bzw. Sorten zu geben. Verlässliche Angaben dazu findet man in der Literatur nicht, man muss es wohl selber austesten. Ich gehe aber davon aus, dass es spätestens ab -14/15° C problematisch für die Knospen wird. Wenn die Temperatur in diesen Bereich fällt, werde ich neu ausgepflanzte Kamelien für kurze Zeit noch in ein dickes Vlies einwickeln. Es handelt sich dabei um ein günstiges Schutzvlies, das normalerweise im Teichbau eingesetzt wird. Genauso gut sind auch Umzugsdecken, das teure Pflanzen-Schutzvlies muss es nicht immer sein, es muss aber luftdurchlässig sein. Bei den "gestäbten Kamelien" kann das Vlies einfacherweise am Bambus-Stab befestigt werden. 

Links: Camellia japonica `Hagoromo`, rechts: Camellia japonica `Black Lace` auch der Bereich außerhalb des Kaninchendrahts
 ist inzwischen von herabfallenden Blättern zugeschüttet.

Vliesschutz bei der Ackermann-Hybride Camellia  x `Winter´s Star`
Hat man nur eine oder zwei Kamelien ausgepflanzt, lässt sich dieser Schutz noch weiter optimieren. Zusätzliche Abstandshalter, hoch gebundene Äste oder noch eine lockere Laub-Schüttung unter dem Vlies verbessern den Schutz zusätzlich. Im Extremfall könnte man sogar eine alte 20W Glühbirne in einem Schutzkäfig hineinhängen.

Nach den ersten beiden Wintern, wenn die Pflanzen tief in den Boden eingewurzelt haben, sollten die Kamelien ohne Winterschutz zurechtkommen. Wie bereits erwähnt, ganz entscheidend für das Gelingen eines Auspflanzungsversuchs ist ein geeigneter Standort. In Zone 7b sollte es mit etwas Glück aber möglich sein. Viel Glück.

15.11.2013, Verbesserung des Winterschutzes: 
Viele immergrüne Pflanzen sterben im Winter bei starkem Frost aufgrund von Rindenplatzern, wodurch die Leitbündel der Pflanze zerstört werden. Feuchtes Mulchmaterial, welches eng am Stamm anliegt, kann wahrscheinlich diese Rindenplatzer begünstigen bzw. verursachen. Die Rinde nimmt die Feuchtigkeit vom Mulch auf und platzt anschließend bei Minusgraden auf. Es erscheint mir sinnvoll, einen gewissen Abstand zwischen Mulchmaterial und dem Stamm einzuhalten. Ich verwende deshalb einen 20 cm hohen Kaninchendraht als Abstandshalter um den Stamm herum. Wenn man schweres Mulchmaterial verwendet, könnte man theoretisch auf den Draht verzichten, aber meistens machen einem die Amseln im Garten einen Strich durch die Rechnung. Der Draht schützt natürlich auch vor Kaninchenverbiss. 

Links sieht man Camellia japonica Kuro Delight mit einem umwickelten Kaninchendraht, das Mulchmaterial wird noch bis zum oberen Rand des Drahtes aufgefüllt. Im rechten Bild sieht man die aufgeplatzte Rinde von Camellia sasanqua Hiryu aus dem letzten Winter. Zum Glück überlebte die Pflanze diesen Schaden.


14.12.2013, Winterschutz bei einem einjährigen Kameliensämling:


Zwei Nächte mit -5°C hat er schon mitgemacht, sollten die Temperaturen zweistellige Minusgrade erreichen, werde ich ihn komplett mit Eichenlaub zuschütten.
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