Freitag, 24. Februar 2012

Winterschutz bei Tetrapanax papyrifera

Tetrapanax papyrifera (Reispapierbaum) ist für mich eine besonders faszinierende Pflanze, weil sie innerhalb einer Vegetationsperiode ein unglaublich rasantes Wachstum zeigt. In unserem Garten wachsen seit zwei Jahren jeweils zwei Pflanzen der Klone "T.rex" und "Steroidal Giant". Eine Pflanze vom Steroidal Giant ist seit der Auspflanzung allerdings sich selbst überlassen und wird regelmäßig im Frühjahr von einer Schneckenarmee überfallen. Dementsprechend schlecht ist auch ihr Zustand. Die anderen drei Pflanzen wachsen jeweils an einem sonnigen, halbschattigen und schattigen Standort. Tetrapanax verbraucht aufgrund der großen Blätter relativ viel Wasser. Die Pflanzen werden deshalb in regelmäßigen Abständen zusätzlich gegossen und einmal im Frühjahr auch gedüngt. Am besten gewachsen ist letztes Jahr die sonnige Pflanze, gefolgt von der halbschattigen und der schattigen Pflanze. (s. Best of 2011: Tetrapanax) Im Winter 2010/11 sind alle Pflanzen bei Temperaturen von -15°C auf Bodenniveau zurückgefroren. Es ist hat sich aber bereits gezeigt, dass die Stämme von T.rex erst bei niedrigeren Temperaturen zurückfrieren. Vor dem Winter 2011/12 wollte ich unbedingt einen Stamm von Tetrapanax erhalten und habe mit unterschiedlichen Winterschutzmassnahmen experimentiert. 

Winterschutzmassnahmen
Der Stamm vom großen T.rex wurde in eine Decke gewickelt und zusätzlich wurde ein Lichterschlauch befestigt. Die Temperatur wurde über einen Thermostat geregelt (Einschalt-temperatur -7°C, Ausschalttemperatur -6°C). Zusätzlich wurde eine Schuzhülle eines Sonnenschirms übergestülpt. Über den Stamm vom Steroidal Giant wurde eine 200l Regentonne ohne Boden gestülpt und der Zwischenraum mit Blättern und Mulch gefüllt. Beim kleinen T.rex wurde eine Heizungsrohrisolation übergestülpt und die Basis gemulcht.

T.rex in eingewickelter Decke mit  Lichterschlauch und einem Sonnenschirmüberzug, T. "Steroidal Giant" zugemulcht mit übergestülpter Regentonne, T.rex zugemulcht in Kaninchendrahtgitter +  Heizungsrohrisolation
Nachdem jetzt der Winterschutz teilweise entfernt wurde, ergibt sich ein unterschiedliches Bild: Der große, beheizte T. rex ist vollkommen unversehrt; der Stamm und die Vegetationsspitze fühlen sich noch fest an. Beim Steroidal Giant in der Regentonne sind die obersten 10cm des Stamms erfroren und dieser Bereich ist dementsprechend matschig. Der Rest des Stamms fühlt sich noch fest an. Der kleine T.rex sieht nach Abnahme des Rohrs sehr gut aus; der Stamm fühlt sich fest an, nur die Vegetationsspitze ist etwas weicher als beim großen T.rex. Ich befürchte, dass auch hier die Spitze noch langsam wegfaulen wird. Sehr spannend wird es im Frühjahr werden, dann wird sich zeigen, ob die beiden geschädigten Pflanzen aus dem Stamm wieder austreiben. Am besten wäre es natürlich, wenn sich neues Wachstum direkt unterhalb der geschädigten Vegetationsspitze zeigen würde. 

Tetrapanax nach Entfernung des Winterschutzes Ende Februar
Links: der große T.rex an der Hauswand in Südlage, Winterschutz mit Lichterkette, Mitte: T. Steroidal Giant mit erfrorenem Stamm in Mulch und Regentonne, Rechts: der kleine T.rex  nach Abnahme des Heizungsrohrs
Der kleine T.rex Mitte Februar mit noch gefrorenem Stamm
 und kurzfristig abgenommener Isolation.

Der große T.rex im Detail
Links: intakte Wachstumszone an der Spitze, Mitte: Ansatz des alten Stamms ist noch zu erkennen, 
Rechts: Aufnahme vom letzten Früjahr, neugebildeter und erfrorener Stamm
Winterschutz im Marz 2013

Kommentare:

  1. Hallo, auch ich hatte meine Tetrapanax geschützt, allerdings nur mit Variante II; entsprechend sind die oberen paar Zentimeter nun "matschig" - ist ja jetzt nichts mehr aus diesen Stämmen zu erwarten? Liebe Grüße, Markus

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  2. Hallo Markus, ich bin mir nicht sicher, ob er noch aus dem Stamm austreiben wird..Wir müssen uns noch ein paar Tage gedulden. Gruß, Torsten

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